Digitaler Darwintag 2020 – Pandemien im Licht der Evolution

Ein ganzer Schultag Spitzenforschung

Auch in diesem Jahr laden das Kiel Evolution Center (KEC) und das Zoologische Museum Kiel Euch wieder zum Darwintag ein. In fünf Vorträgen geben Forschende einen Vormittag lang Einblicke in ihre Arbeit. Sie erklären, wie moderne Wissenschaft zur Aufklärung von Pandemien beiträgt und dabei gleichzeitig auf Darwins Ideen aufbaut.

Der diesjährige Darwintag findet am Freitag, 13. November, als Online-Veranstaltung statt. Alle Vorträge werden live über Youtube gestreamt, so dass erstmals Schulklassen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum an der Großveranstaltung teilnehmen können.

Das Programm

Ilka Parchmann vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) sowie Hinrich Schulenburg von der Kieler Universität begrüßen die Teilnehmenden und führen in das Thema des diesjährigen Darwintags ein


Seit März 2020 leben wir mit einer Coronavirus-Pandemie. Viren sind in der Umwelt und bei Menschen weit verbreitet. Ihre Vieltfalt ist enorm, auch bezüglich ihrer Ansteckungsfähigkeit und krankmachenden Wirkung. Das Coronavirus SARS-CoV-2 gehört zu einer Gruppe von Viren, die von harmlosen Schnupfenviren bis zu lebensbedrohlichen Erregern reicht. Das Virus wird nach der Infektion über Tröpfchen freigesetzt, ohne dass der infizierte Mensch überhaupt Krankheitszeichen zeigen muss. Ich werde das Virus und die Erkrankung COVID-19 sowie die gegen das Virus gerichteten Maßnahmen vorstellen.


15 Minuten Pause bis zum nächsten Vortrag


Das Corona-Virus hat uns aus unserem bisherigen Leben geschleudert. Wir befinden uns mitten in einer
Pandemie, deren Folgen uns noch viele Jahre beschäftigen werden. Die theoretische Biologie wurde dabei
zu einem Werkzeug, mit dem man dringend benötigte Vorhersagen machen konnte und die Folgen von
Interventionsmaßnahmen simulieren kann. Aufgrund solcher Simulationen hat z.B. die britische Regierung ihren Kurs abrupt geändert. Die zugrunde liegenden Modelle sind viele Jahrzehnte alt und überraschend einfach. An ihnen kann man die wichtigsten Mechanismen anschaulich erklären.


Krankheitserreger (Pathogene) in Pflanzen, wie z.B. Pilze oder Bakterien, stellen Landwirte vor groβe
Herausforderungen, denn sie können jährlich enorme Ernteverluste bedeuten. Doch trotz der groβen
Auswirkungen dieser Pathogene auf die Pflanzenproduktion ist sehr wenig über deren Ursprung bekannt.
Woher genau kommen diese Krankheitserreger und wie haben sich diese Organismen entwickelt und an
ihre Wirtspflanze und ihre Umgebung angepasst? Unsere Forschung versucht, diese Fragen zu beantworten. Hierbei nutzen wir genomische, experimentelle und molekulare Ansätze, um die Evolution und Diversifikation von Pflanzenpathogenen zu verstehen.


15 Minuten Pause bis zum nächsten Vortrag


Wir bewegen uns derzeit auf eine dramatische Antibiotikakrise zu. Durch den umfangreichen Einsatz von
Antibiotika in der Medizin wie Landwirtschaft breiten sich resistente Krankheitskeime immer weiter aus,
so dass einige Keime bald nicht mehr behandelt werden können. Was können wir gegen die Ausbreitung
dieser Antibiotikaresistenzen tun? Die Evolutionsbiologie liefert hierzu neuartige Ideen, die ich im Rahmen des Vortrags vorstellen werde.


Pandemien wie die aktuelle sind nicht auf die Neuzeit beschränkt. Im Laufe der Geschichte haben viele
Infektionskrankheiten, darunter die Pest im Mittelalter, die Menschheit mit gravierenden Folgen betroffen. Dank neuer molekularer Technologien können wir heute alte Krankheitserreger, isoliert aus den Überresten einst infizierter Personen, untersuchen. Im Rahmen des Vortrags werde ich die neuesten Erkenntnisse zur Evolution einiger der verheerendsten Krankheitserreger der letzten 7000 Jahre vorstellen.


Dirk Brandis, Leitung des Zoologischen Museums Kiel, verabschiedet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten digitalen Darwintags.


Alle Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung und zu den begleitenden Unterrichtsmaterialien findet Ihr auf der Webseite des Kiel Evolution Centers .